Halbierte Köpfe?

Halbierte Köpfe?

by Klaus Fittschen

First published 2019 · 22 pages

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Im 18. Jahrhundert waren medaillonartig gefasste Profilbildnisse sehr beliebt. Dafür hat man sogar intakt erhaltene, rundplastische antike Bildnisse zersägt; mehrere Fälle lassen sich nachweisen. Die Forschung hat daraus geschlossen, dass auch andere antike Profilbildnisse erst in der Neuzeit aus ehemals rundplastischen Bildnissen hergestellt worden seien. Das ist aber nicht immer der Fall. Bildnisse im Profil waren auch schon in der Antike sehr verbreitet und geschätzt, u.a. deswegen, weil sie effektvoll auf Flächen aus kostbarem Material (Porphyr, Serpentin, Basalt) montiert werden konnten. 0Auch wenn sich keine antiken Beispiele für dieses Verfahren erhalten haben, gibt es dafür doch überzeugende Indizien: So haben diese Profilbildnisse nicht den Umfang halber Köpfe, sondern sind schmaler und perspektivisch verkürzt. Wenn man die erhaltenen Teile durch Spiegelung graphisch vervollständigt, ergeben sich keine vollplastischen Köpfe. Das gilt z.B. für das bekannte Tondo-Bildnis in Berlin, das seit langem auf Kaiser Augustus bezogen wird. Da es dessen Bildnissen aber nicht genau entspricht, ist es auch schon für falsch erklärt worden. Wie erst vor kurzem bekannt wurde, gehörte es zur berühmten Antikensammlung Montalto Peretti in Rom, die im späten 16. Jahrhundert entstanden ist.

  • Profile portraits
  • Roman Portrait sculpture
  • History
  • Relief (Sculpture), Roman
  • Roman Busts

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